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Deutschland und Türkei - Biz Birlikteyiz

Aktuelles

Zu den gegenwärtigen Vorgängen in der Türkei hat der Vorstand der GDTF folgende Erklärung verfasst:

Die Wahrnehmungen über den Putschversuch vom 15. Juli 2016 liegen in Deutschland und der Türkei sehr weit auseinander. Die GDTF verurteilt den Putschversuch aufs Schärfste und würdigt den Widerstand der türkischen Bevölkerung gegen die Putschisten. Doch die Abwehr eines Putsches heißt leider nicht automatisch einen Sieg für die Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Die GDTF möchte sich auch weiterhin für gegenseitiges Verständnis zwischen Deutschen und Türken einsetzten. Denn trotz allem gilt auch weiterhin die Erkenntnis: „Gäbe es einen Nobelpreis für internationale Beziehungen – er ginge an die deutsch-türkischen Beziehungen“.

Tag der Republik und 30 Jahre Gesellschaft für deutsch-türkische Freundschaft e.V.

Am Samstag, den 29. Oktober, trafen sich die Mitglieder der Gesellschaft für deutsch-türkische Freundschaft e.V (GDTF) im türkischen Restaurant Elfilda. Bei landestypischen Speisen und mit den begnadeten Saz-Spielern Murat und Göksel hatten sich die Mitglieder der GDTF versammelt, um den türkischen Nationalfeiertag zu gedenken: Auf den Tag genau vor 93 Jahren rief Mustafa Kemal Atatürk in Ankara die Republik aus und legte damit den Grundstein für die moderne Türkei. Er schaffte das Sultanat ab und schrieb die Trennung zwischen Staat und Religion in der Verfassung fest.

Doch für die Gesellschaft gab es noch einen weiteren Grund zum Feiern: Das 30-jährige Bestehen des Vereins. Seit 1986 fördert und pflegt die GDTF die deutsch-türkische Verständigung, die Kulturbeziehungen sowie die Völkerfreundschaft. Besonders stolz sind die Mitglieder noch heute auf die Spendenaktion nach dem schweren Erdbeben von 1999. Das Beben kostete im Raum Kocaeli viele Menschenleben und machte Hunderttausende über Nacht obdachlos. Die GDTF konnte dank Spendengelder in Höhe von 100.000 DM direkt vor Ort mehrere 6-Mann-Zelte, Fertighäuser sowie Medikamente und Einrichtungsgegenstände für eine medizinische Versorgungsstation verteilen.

In seiner Rede stellte der Vorsitzende der Gesellschaft, Marc Schneider, jedoch fest, dass es zum 30-jährigen Bestehen der GDTF um die deutsch-türkischen Beziehungen so schlecht wie lange nicht mehr bestellt sei. Bereits zu Jahresbeginn habe man mit der Böhmermann-Affäre einen grotesken Zustand erlebt, der schließlich im Besuchsverbot deutscher Politiker gipfelte. Doch spätestens seit dem Putschversuch vom 15. Juli sei das Türkeiverständnis endgültig zerrüttet, was auch zu Spannungen unter den in Deutschland lebenden Türken führe.

Die GDTF verurteilt den Putschversuch aufs Schärfste und würdigt den Widerstand der türkischen Bevölkerung gegen die Putschisten. Doch die Abwehr eines Putsches heißt leider nicht automatisch einen Sieg für die Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Als gemeinnütziger Verein lässt sich die GDTF jedoch von keiner Partei vereinnahmen und steht für Integration sowie gegenseitigen Respekt.

In diesem Zusammenhang wünscht sich der Vorstand auch für die nächsten 30 Jahre, gerade in diesen turbulenten Zeiten, dass sich die Menschen auch weiterhin gemeinsam mit der GDTF für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben engagieren – das Wertvollste zwischen zwei Völkern sind schließlich stets die zwischenmenschlichen Beziehungen! 



Haymatloz - Exil in der Türkei

Leider wird der Film "HAYMATLOZ - EXIL IN DER TÜRKEI" nicht wie geplant am 10. November in Würzburg gezeigt. Die GDTF wird versuchen, zu gegebener Zeit eine eigene Vorführung zu organisieren.

Direkt nach der Machtergreifung durch die Nazis müssen in Deutschland viele Menschen aus politischen Gründen um ihr Leben fürchten. Jüdische und politisch unliebsame Universitätsprofessoren wurden per Gesetz von ihren Lehrstühlen entfernt. Innerhalb kurzer Zeit verloren rund ein Drittel der Professoren ihre Stellungen an deutschen Universitäten. Was die Wenigsten wissen: zahlreiche Intellektuelle und deutsch-jüdische Akademiker flüchteten in das unbekannte Exilland Türkei. Unter den Flüchtlingen waren so namenhafte Persönlichkeiten wie der Politiker Ernst Reuter, der Architekt Bruno Taut oder der Komponist Paul Hindemith. Staatsgründer Atatürk hatte die Deutschen eingeladen, an seiner ambitionierten Universitätsreform mitzuwirken und die türkische Universitätslandschaft im Sinne der modernen Republik zu gestalten.

Die Filmemacherin Eren Önsöz begleitet die letzten Nachkommen dieser Professoren an Schauplätze in der Schweiz, Deutschland und in der Türkei. Mithilfe von fünf Protagonisten, die in der Türkei geboren und aufgewachsen sind, untersucht sie dieses vergessene Kapitel deutsch-türkischer Geschichte, dessen Bedeutung bis in unsere Gegenwart reicht. An der Europäisierung der Türkei waren die renommierten Deutschen wesentlich beteiligt.

HAYMATLOZ - EXIL IN DER TÜRKEI spannt einen faszinierenden Bogen zwischen Gestern und Heute und geht der Frage nach, was vom Erbe der Deutschen in der heutigen Türkei übrig geblieben ist. Entstanden ist ein hochaktueller Film über Heimat und Identität, Vertreibung und Flucht, die Freiheit der Wissenschaften und die Frage, ob sich Geschichte wiederholt.

Den Trailer gibt es hier: https://vimeo.com/157551829


Kurt Heilbronn


Istiklal Caddesi Istanbul

Dr. Latif Celik: "Gäbe es einen Nobelpreis für internationale Beziehungen - er ginge an die deutsch-türkischen Beziehungen"

Der Historiker, Verleger und Publizist Dr. Latif Celik hat mittlerweile fast ein Dutzend Bücher über die deutsch-türkischen Beziehungen veröffentlicht. Dabei ist er stets auf der Suche nach deutschen Spuren in der Türkei und nach türkischen Spuren in Deutschland. Entstanden ist ein beeindruckendes Gesamtwerk, dass die Geschichte der letzten 900 Jahre sehr bewegend und anschaulich zusammenträgt. Am Donnerstag, den 23.06.2016 folgte er der Einladung der GDTF in das Falkenhaus nach Würzburg, um seine Erkenntnisse mit dem interessierten Publikum zu teilen.

Denn trotz der langen Tradition der deutsch-türkischen Beziehungen liegen viele Facetten für die meisten Menschen noch im Verborgenen.  So lässt sich der Beginn der deutsch-türkischen Beziehungen bereits auf das Jahr 1190 datieren. Zu dieser Zeit trat Kaiser Friedrich Barbarossa I. in Verhandlungen mit dem Seldschukenkönig Sultan Kilicarslan II. um die Kreuzritterarmee heil und weitgehend ungestört durch Anatolien und die gefährlichen Bergpässe des Taurus bringen zu können. Der Kaiser ertrank jedoch während des ersten Kreuzzuges im heutigen Fluss Göksu in der Nähe von Silifke. Noch heute erinnert hier eine Gedenktafel an Friedrich Barbarossa I.

Einen weiteren Meilenstein legte General Helmuth von Moltke ca. 500 Jahre später. Als erster Gesandter im offiziellen Auftrag des Kaisers reiste der General 1699 an den Bosporus.  In den Folgejahren kamen preußische Berater in großer Zahl in das Osmanische Reich und die Zusammenarbeit auf militärischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene intensivierte sich. Die letzten 20 Jahre des Osmanischen Reiches vergingen als die Jahre, in denen der deutsche Einfluss in dem Land allgegenwärtig und allumfassend gewesen ist.

In seinem Vortrag setzte Dr. Latif Celik den Schwerpunkt auf den Bau der Bagdad Bahn und deren Bedeutung für das Osmanische und Deutsche Reich. Im Anschluss an den Vortrag kam es zu einer lebhaften Diskussion, bei der die Teilnehmer auf die Bedeutung der deutsch-türksichen Beziehungen hinwiesen. Beide Länder durchlebten die Geschichte bereits gegeneinander, nebeneinander und miteinander. Dr. Latif Celik kommt daher zu der Schlussfolgerung, dass der Nobelpreis für internationale Beziehungen, wenn es ihn denn gäbe, zu allererst an die deutsch-türkischen Beziehungen gehen müsse.




 

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