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Deutschland und Türkei - Biz Birlikteyiz

Aktuelles

Zu den gegenwärtigen Vorgängen in der Türkei hat der Vorstand der GDTF folgende Erklärung verfasst:

Die Wahrnehmungen über den Putschversuch vom 15. Juli 2016 liegen in Deutschland und der Türkei sehr weit auseinander. Die GDTF verurteilt den Putschversuch aufs Schärfste und würdigt den Widerstand der türkischen Bevölkerung gegen die Putschisten. Doch die Abwehr eines Putsches heißt leider nicht automatisch einen Sieg für die Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Die GDTF möchte sich auch weiterhin für gegenseitiges Verständnis zwischen Deutschen und Türken einsetzten. Denn trotz allem gilt auch weiterhin die Erkenntnis: „Gäbe es einen Nobelpreis für internationale Beziehungen – er ginge an die deutsch-türkischen Beziehungen“.

Festival der Sinne - Über 300 Jahre Türkischer Mocca in Würzburg

Die 300 jährige Geschichte des Kaffees wird in Würzburg mit einer großen Veranstaltung gefeiert. Es werden verschiedene Aktivitäten wie Musik- und Theateraufführungen sowie eine Modenschau stattfinden. Die Veranstaltung wird vom IKG organisiert. Schirmherr ist Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Der türkische Kaffee ist selbstverständlich Kostenlos.

Ort: s.Oliver Arena Würzburg

Datum: 29.10.2017 ab 13:00 Uhr

Türkische Kinotage in Würzburg

Die GDTF dankt dem Kino Central im Bürgerbräu sowie dem Institut für Kultur-, Geschichts- und Integrationsstudien ganz herzlich für die Organisation der Türkischen Filmtage in Würzburg. Gezeigt wurde vom 12. bis 17. Oktober eine gelungene Auswahl aktueller Filme aus der und über die Türkei:

REIS
- mit anschließender Diskussion TR 2017 // Regie: Hüdaverdi Yavuz // mit: Reha Beyoğlu, Özlem Balcı, Orhan Aydın // 117 Min. // FSK ab 12 J., OmUEin Biopic über den ehemaligen Ministerpräsidenten und aktuellen Staatspräsidenten der Republik Türkei, Recep Tayyip Erdoğan. Im Zentrum der Handlung steht Erdoğans Amtszeit als Bürgermeister der Metropole Istanbul, die von 1994 bis 1998 andauerte. In Rückblicken wird zudem sein Aufstieg von ganz unten bis an die Spitze der Macht nachvollzogen – immerhin ist der spätere mächtige Staatsmann einst im Istanbuler Hafenviertel Kasımpaşa in ganz einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Der Film endet 1999 mit einer viermonatigen Haftzeit Erdoğans, die der Politiker antreten musste, nachdem er öffentlich eine Passage aus einem Gedicht vorgetragen hatte: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Kuppeln unsere Helme, die Minarette unsere Bajonette und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Do 12.10. | 20:15

CLAIR OBSCUR/TEREDDÜT TR/P/D/F· 2016 // Regie: Yeşim Ustaoğlu // Darsteller: F. Eryiğit, E. Uzun, M. Kurtuluş // 105 Min. // FSK o. A. , OmU

Sehnaz und Elmas könnten auf den ersten Blick keine zwei unterschiedlicheren Frauen der türkischen Gesellschaft sein: Sehnaz hält sich für eine moderne, liberale Frau und lebt an der Mittelmeerküste mit ihrem langjährigen, gleichwertigen Partner Cem in einem schicken Apartment, während sie tagsüber in einem Krankenhaus als Psychiaterin arbeitet. Elmas hingegen ist mit einem älteren Ehemann verheiratet, der noch viel auf konservative Werte hält, wobei sie sich ganz der Familie verschreiben muss. Haben die zwei Frauen aus unterschiedlichen Schichten vielleicht doch mehr Gemeinsamkeiten als anfangs gedacht, wenn es um die Frage der eigenen Perspektive und Freiheit geht? Fr 13.10. | 18:30, Mo 16.10. | 20:30

DIL LEYLA D 2015 // Regie: Asli Özarslan // Dokumentar lm // 71 Min. // FSK ab 12 J. , OmU

Dokumentarfilm über Leyla, eine in Deutschland lebende Kurdin, die mit 26 Jahren in das Land zurückkehrt, in dem sie geboren wurde, und dort die jüngste Bürgermeisterin der Türkei wird, als sie mit 81% der Stimmen die Wahl in ihrem Heimatort Cizre gewinnt. Sie tritt ihr Amt mit dem Wunsch an, die vom Bürgerkrieg zerstörte Krisenregion und Kurdenhochburg wieder zu einem lebenswerten Ort zu machen. Doch als dann die Parlamentswahlen in der Türkei anstehen, kommt alles anders und Leyla wird an ihre Kindheit erinnert, etwa daran wie ihr Vater bei einem Gefecht mit dem türkischen Militär ums Leben kam. Schlussendlich wird Leyla verhaftet und Cizre wird von der Armee zerstört. Regisseurin Aslı Özarslan begleitet Leyla bei all diesen Ereignissen mit ihrer Kamera, von der hoffnungsvollen Rückkehr bis zur brutalen Zerstörung von Cizre. Sa 14.10. | 20:30, Di 17.10. | 18:30

HAYMATLOZ Regie: Eren Önzöz // Dokumentar lm /D 2016 // 95 Minuten // FSK o. A. , OmU

Direkt nach der Machtergreifung durch die Nazis verloren rund ein Drittel der Professoren ihre Stellungen an deutschen Universitäten. Was die Wenigsten wissen: Zahlreiche Intellektuelle, Juden und Antifaschisten, flüchteten in das unbekannte Exilland Türkei. Staatsgründer Atatürk hatte die Deutschen eingeladen, an seiner ambitionierten Universitätsreform mitzuwirken. Die Filmemacherin Eren Önsöz begleitet die letzten Nachkommen dieser Professoren an Schauplätze in der Schweiz, Deutschland und in der Türkei. Mithilfe von fünf Protagonisten, die in der Türkei geboren und aufgewachsen sind, untersucht sie dieses vergessene Kapitel deutsch-türkischer Geschichte. So 15.10. | 18:30


Türkische Kinotage
In Zusammenarbeit mit dem Kino Central im Bürgerbräu und dem Institut für Kultur-, Geschichts- und Integrationsstudien organisiert die GDTF Türkische Kinotage in Würzburg. Nähere Informationen zu den ausgewählten Filmen finden Sie im PDF anbei.
FILME AUS DER.pdf (133.6KB)
Türkische Kinotage
In Zusammenarbeit mit dem Kino Central im Bürgerbräu und dem Institut für Kultur-, Geschichts- und Integrationsstudien organisiert die GDTF Türkische Kinotage in Würzburg. Nähere Informationen zu den ausgewählten Filmen finden Sie im PDF anbei.
FILME AUS DER.pdf
(133.6KB)


Tag der Republik und 30 Jahre Gesellschaft für deutsch-türkische Freundschaft e.V.

Am Samstag, den 29. Oktober, trafen sich die Mitglieder der Gesellschaft für deutsch-türkische Freundschaft e.V (GDTF) im türkischen Restaurant Elfilda. Bei landestypischen Speisen und mit den begnadeten Saz-Spielern Murat und Göksel hatten sich die Mitglieder der GDTF versammelt, um den türkischen Nationalfeiertag zu gedenken: Auf den Tag genau vor 93 Jahren rief Mustafa Kemal Atatürk in Ankara die Republik aus und legte damit den Grundstein für die moderne Türkei. Er schaffte das Sultanat ab und schrieb die Trennung zwischen Staat und Religion in der Verfassung fest.

Doch für die Gesellschaft gab es noch einen weiteren Grund zum Feiern: Das 30-jährige Bestehen des Vereins. Seit 1986 fördert und pflegt die GDTF die deutsch-türkische Verständigung, die Kulturbeziehungen sowie die Völkerfreundschaft. Besonders stolz sind die Mitglieder noch heute auf die Spendenaktion nach dem schweren Erdbeben von 1999. Das Beben kostete im Raum Kocaeli viele Menschenleben und machte Hunderttausende über Nacht obdachlos. Die GDTF konnte dank Spendengelder in Höhe von 100.000 DM direkt vor Ort mehrere 6-Mann-Zelte, Fertighäuser sowie Medikamente und Einrichtungsgegenstände für eine medizinische Versorgungsstation verteilen.

In seiner Rede stellte der Vorsitzende der Gesellschaft, Marc Schneider, jedoch fest, dass es zum 30-jährigen Bestehen der GDTF um die deutsch-türkischen Beziehungen so schlecht wie lange nicht mehr bestellt sei. Bereits zu Jahresbeginn habe man mit der Böhmermann-Affäre einen grotesken Zustand erlebt, der schließlich im Besuchsverbot deutscher Politiker gipfelte. Doch spätestens seit dem Putschversuch vom 15. Juli sei das Türkeiverständnis endgültig zerrüttet, was auch zu Spannungen unter den in Deutschland lebenden Türken führe.

Die GDTF verurteilt den Putschversuch aufs Schärfste und würdigt den Widerstand der türkischen Bevölkerung gegen die Putschisten. Doch die Abwehr eines Putsches heißt leider nicht automatisch einen Sieg für die Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Als gemeinnütziger Verein lässt sich die GDTF jedoch von keiner Partei vereinnahmen und steht für Integration sowie gegenseitigen Respekt.

In diesem Zusammenhang wünscht sich der Vorstand auch für die nächsten 30 Jahre, gerade in diesen turbulenten Zeiten, dass sich die Menschen auch weiterhin gemeinsam mit der GDTF für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben engagieren – das Wertvollste zwischen zwei Völkern sind schließlich stets die zwischenmenschlichen Beziehungen! 



Dr. Latif Celik: "Gäbe es einen Nobelpreis für internationale Beziehungen - er ginge an die deutsch-türkischen Beziehungen"

Der Historiker, Verleger und Publizist Dr. Latif Celik hat mittlerweile fast ein Dutzend Bücher über die deutsch-türkischen Beziehungen veröffentlicht. Dabei ist er stets auf der Suche nach deutschen Spuren in der Türkei und nach türkischen Spuren in Deutschland. Entstanden ist ein beeindruckendes Gesamtwerk, dass die Geschichte der letzten 900 Jahre sehr bewegend und anschaulich zusammenträgt. Am Donnerstag, den 23.06.2016 folgte er der Einladung der GDTF in das Falkenhaus nach Würzburg, um seine Erkenntnisse mit dem interessierten Publikum zu teilen.

Denn trotz der langen Tradition der deutsch-türkischen Beziehungen liegen viele Facetten für die meisten Menschen noch im Verborgenen.  So lässt sich der Beginn der deutsch-türkischen Beziehungen bereits auf das Jahr 1190 datieren. Zu dieser Zeit trat Kaiser Friedrich Barbarossa I. in Verhandlungen mit dem Seldschukenkönig Sultan Kilicarslan II. um die Kreuzritterarmee heil und weitgehend ungestört durch Anatolien und die gefährlichen Bergpässe des Taurus bringen zu können. Der Kaiser ertrank jedoch während des ersten Kreuzzuges im heutigen Fluss Göksu in der Nähe von Silifke. Noch heute erinnert hier eine Gedenktafel an Friedrich Barbarossa I.

Einen weiteren Meilenstein legte General Helmuth von Moltke ca. 500 Jahre später. Als erster Gesandter im offiziellen Auftrag des Kaisers reiste der General 1699 an den Bosporus.  In den Folgejahren kamen preußische Berater in großer Zahl in das Osmanische Reich und die Zusammenarbeit auf militärischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene intensivierte sich. Die letzten 20 Jahre des Osmanischen Reiches vergingen als die Jahre, in denen der deutsche Einfluss in dem Land allgegenwärtig und allumfassend gewesen ist.

In seinem Vortrag setzte Dr. Latif Celik den Schwerpunkt auf den Bau der Bagdad Bahn und deren Bedeutung für das Osmanische und Deutsche Reich. Im Anschluss an den Vortrag kam es zu einer lebhaften Diskussion, bei der die Teilnehmer auf die Bedeutung der deutsch-türksichen Beziehungen hinwiesen. Beide Länder durchlebten die Geschichte bereits gegeneinander, nebeneinander und miteinander. Dr. Latif Celik kommt daher zu der Schlussfolgerung, dass der Nobelpreis für internationale Beziehungen, wenn es ihn denn gäbe, zu allererst an die deutsch-türkischen Beziehungen gehen müsse.




 

Neuigkeiten

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26.07.2017

Manisa und Coburg - Die Partnerschaft soll erhalten bleiben

Die GDTF begrüßt das 2014 geschlossene Partnerschaftsabkommen zwischen der westanatolischen Stadt Manisa und dem oberfränkischen Landkreis Coburg und tritt für den Erhalt des Kulturabkommens ein. Gerade in der...   mehr


29.06.2017

Haymatloz - Exil in der Türkei

In Zusammenarbeit mit dem Kino Central im Bürgerbräu konnten wir einen neuen Termin für die Premiere in Würzburg organisieren. Der Film „Haymatloz“ wird am Donnerstag, 29. Juni um 18:30 Uhr aufgeführt. Der...   mehr


15.05.2017

Türkei: Schlüsselakteur für die EU?

Nach dem ‎Verfassungsreferendum steht das politische System der Türkei vor großen Veränderungen. Über die Zukunft der europäisch-türkischen Beziehungen diskutieren türkische und deutsche Experten in Chemnitz...   mehr


08.05.2017

"Anatolien zwischen Ost und West" - Ringvorlesung der Universität Würzburg

Aktuelle Entwicklungen besser verstehen: Die Ringvorlesung des Würzburger Altertumswissenschaftlichen Zentrums (WAZ) widmet sich Anatolien zwischen Ost und West, zwischen Zentrum und Peripherie, zwischen...   mehr


14.03.2017

Marc Schneider: „Diese Polarisierung erleben wir zum ersten Mal“

Auch die Gesellschaft für deutsch-türkische Freundschaft in Würzburg ist vom Konflikt mit Erdogan betroffen. Ihr Vorsitzender baut auf Versöhnung. Eine Folge hat der Konflikt aber. Lesen Sie das ganze...   mehr


09.03.2017

Ahmet Arpad: Menschenlandschaften - eine Fotoausstellung für gegenseitiges Vertrauen

„Wenn man es schafft, das Zusammenwachsen der verschiedenen Kulturen zu ermöglichen, wenn man wirklich den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und zwar auf beiden Seiten, sich auf das konzentriert, was einen...   mehr


10.07.2016

Wir trauern um unser Gründungsmitglied Erol Aygün

Unser Gründungsmitglied Erol Aygün ist am 10.07.2016 kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres verstorben. Erol Aygün war von 1994-2006 stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für deutsch-türkische...   mehr


12.06.2016

GDTF jetzt auch bei Facebook

Zusätzlich zu unserer Internet Präsenz ist die GDTF jetzt auch bei Facebook - www.facebook.com/gdtf.de - Jeder ist herzlich eingeladen uns zu folgen und zu "liken". Wir freuen uns schon auf viele Kommentare.   mehr


01.05.2016

Frühling International

Auch dieses Jahr präsentierte sich die GDTF auf dem Frühling International in Würzburg. Bei bestem Wetter, frischem Tee und hausgemachten Lahmacun informierten wir zahlreiche Interessenten und Neugierige über...   mehr


08.04.2016

Joschka Fischer - Die „orientalische Frage“

In den jüngsten Tagen nahmen die ohnehin schon schwierigen Beziehungen zwischen Europa und der Türkei eine Wendung ins Groteske. Dennoch gilt auch weiterhin die alte Erkenntnis: Europa und die Türkei müssen...   mehr


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Presseinformation: Erhalt der Kooperation zwischen Manisa und Coburg
Die GDTF begrüßt das 2014 geschlossene Partnerschaftsabkommen zwischen der westanatolischen Stadt Manisa und dem oberfränkischen Landkreis Coburg und tritt für den Erhalt des Kulturabkommens ein. Gerade in der jetzigen Lage, in der die deutsch-türkischen Beziehungen auf einem historischen Tiefpunkt sind, sollte der Kontakt zur türkischen Zivilgesellschaft jenseits der politischen Großwetterlage weiter gefördert und ausgebaut werden. Ein Stopp der Kulturbeziehungen straft die mehrheitlich westlich-orientierte Zivilgesellschaft in Manisa. Lesen Sie die gesamte Meldung hier:
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Presseinformation: Erhalt der Kooperation zwischen Manisa und Coburg
Die GDTF begrüßt das 2014 geschlossene Partnerschaftsabkommen zwischen der westanatolischen Stadt Manisa und dem oberfränkischen Landkreis Coburg und tritt für den Erhalt des Kulturabkommens ein. Gerade in der jetzigen Lage, in der die deutsch-türkischen Beziehungen auf einem historischen Tiefpunkt sind, sollte der Kontakt zur türkischen Zivilgesellschaft jenseits der politischen Großwetterlage weiter gefördert und ausgebaut werden. Ein Stopp der Kulturbeziehungen straft die mehrheitlich westlich-orientierte Zivilgesellschaft in Manisa. Lesen Sie die gesamte Meldung hier:
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